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Nacht der Museen 2016

Presse Nacht der Museen 16

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Mittwoch, 9.januar 2008, Frankfurter Rundschau S1
Pläne für ein schöneres Alt-Nied. Drei Initiativen und Politiker setzen sich für den westlichen Stadtteil ein.

Setzt sich dafür ein, dass künftig kein „aber“ mehr folgt, wenn vom schönen Nied die Rede ist: Maler und Bildhauer Achim Breit.

Andreas Arnold

Schön, aber …
Nieds Bürger und Politiker sorgen sich um den alten Ortskern

Von Brendan Berk

Auf den Satz „Nied ist schön“, folgt meistens ein „aber“. Bürger und Stadtteilpolitiker fürchten um die soziale Balance in ihrem Quartier. Mit verschiedenen Projekten wollen sie den alten Ortskern von Nied jetzt wieder nach vorne bringen. Martin Hinz wohnt und arbeitet seit 15 Jahren an der Straße Alt-Nied. „Der Stadtteil bietet aufgrund seiner Lage zwischen Main und Nidda und seiner guten Verkehrsanbindung viele Vorteile“, sagt der 43 Jahre alte Architekt. In letzter Zeit aber, fühlt er sich in seinem Viertel trotzdem nicht mehr wohl. Er berichtet von randalierenden Betrunkenen, Vandalismus, nächtlichen Polizeieinsätzen, ständigem Streit zwischen Anwohnern und Gastwirten, sowie vermüllten Bürgersteigen.

Viele Wohnungen in Nied stünden leer und zahlreiche Häuser verfielen. Die alteingesessenen Geschäfte würden nach und nach schließen. „Entweder bin ich spießig geworden, oder das Wohnumfeld hat sich rapide verschlechtert“, glaubt Hinz. Nach Nied zöge inzwischen nur noch, wer sich nichts Besseres leisten könne. „Das tut weh“ sagt der 43-Jährige, „denn eigentlich war es hier immer sehr schön.“
Die Situation wird von vielen Bürgern ähnlich beurteilt. Das zeigten verschiedene Ortsbegehungen im vergangenen Jahr, bei denen Anwohner den Stadtteilpolitikern ihre Sorgen schilderten. Der zuständige Ortsbeirat 6 fordert vom Magistrat für den Bereich um Alt-Nied deshalb einen ganzen Katalog von „Maßnahmen der Stadterneuerung“. Unter anderem soll geprüft werden, ob das Viertel in das Bund-
Länder-Programm „Soziale 
Stadt“ aufgenommen oder als Sanierungsgebiet nach dem Baugesetz ausgewiesen werden kann. „Das dauert sicher seine Zeit“, sagt Hinz, „denn es geht um viel Geld.“
Inzwischen wollen die Bürge auch selbst aktiv werden.

Derzeit gibt es drei verschiedene Initiativen: Den Verein „Westkunst“, der aus dem alten Ortskern von Nied einen „Künstlerstadtteil“ machen will, sowie zwei Arbeitsgruppen zu den Themen „Verkehr“ beziehungsweise „Sozialstruktur“. Für Martin Hinz ist das immerhin ein Hoffnungsschimmer: „Ich bin froh, dass es Bewegung gibt.“
Achim Breit, Maler und Bildhauer in Frankfurt setzt sich ein für ein schöneres Alt-Nied
Die Stadtteilarbeitsgruppe „Sozialstruktur“ lädt alle Bürger, die sich für Nied engagieren wollen, am Donnerstag, 10. Januar, um 20 Uhr in den Saalbau Nied, Heinrich-Stahl-Straße 3 ein.