Presse: Frankfurter Neue Presse

Die Paulskirche als Galerie

von Alexandra Flieth

02.12.2014
Achim_Paulskirche FNP
Maler und Bildhauer Achim Breit Foto: Christes

63 Künstler stellen beim traditionellen Weihnachtsmarkt in dem Gotteshaus ihre Arbeiten aus Der Künstlerweihnachtsmarkt hat eine lange Tradition, erstmals wurde er 1922 veranstaltet. Mitglieder des Berufsverbandes Bildender Künstler Frankfurt stellen sich und ihre Arbeit vor. Innenstadt. Für den Bildhauer Achim Breit aus Nied ist Holz ein spannendes Material, dem er sich seit vielen Jahren widmet. Während er vor allem früher aus Baumstämmen sowohl figurative als auch abstrakt anmutende Skulpturen herausgearbeitet hat, widmet er sich aktuell dem Thema „Hochhausarchitektur der Zukunft“. Als Frankfurter richtet er seinen Blick dabei natürlich auf die Skyline und fordert ein architektonisches Wahrzeichen mit Wiedererkennungswert. „Ich kann mir ein Hochhaus vorstellen, auf dessen Spitze das Konterfei Goethes zu sehen ist“, sagt Breit. Unter dem Motto „Neue Hochhäuser braucht die Stadt“ zeigt er in der aktuellen Jahresausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler (Start als Selbsthilfe-Initiative)Breit ist einer der 63 BBK-Künstler, die sich in der Paulskirche am 92. Künstlerweihnachtsmarkt beteiligen. Dieser wird seit 1922 jährlich anlässlich des Frankfurter Weihnachtsmarktes organisiert und entstand einst als Selbsthilfe-Initiative. Seitdem bietet die Ausstellung Künstlern und Kunsthandwerkern aus Frankfurt und der näheren Umgebung die Möglichkeit, sich und ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch dieses Mal gibt es gleich an zwei Orten Kunst und Kunsthandwerkliches zu bestaunen. Während die Schau in der Paulskirche bereits eröffnet hat, gibt es zusätzlich vom 5. Dezember an einen Künstlermarkt in den Römerhallen. An beiden Orten stellen dann 116 Künstler und Kunsthandwerker des BBK Frankfurt aus. Der Schwerpunkt in der Paulskirche liegt vor allem auf den Disziplinen Malerei, Druckgrafik, Zeichnung, Fotografie sowie auf Skulpturen, Plastiken und Objekte aus Holz, Bronze und Stein. Zu den Objektkünstlern zählt beispielsweise auch Matthias Korb, der aus Fundstücken und antiken Materialien wie Teilen alter Möbel, Grafiken wie Stichen oder frühen Fotografien Objektbilder gestaltet, die beispielsweise die „Vergänglichkeit“ thematisieren. In den Römerhallen erwartet die Besucher ab Freitag vor allem Kunsthandwerkliches – gefertigt etwa aus Keramik, Glas, Papier oder Holz. Außerdem Goldschmiedearbeiten und Schmuck aus verschiedenen Materialien. 330 Mitglieder „Derzeit haben wir rund 330 Mitglieder“, sagt Viktor Naimark, Vorsitzender des BBK Frankfurt. Er selbst trat bereits vor fast 20 Jahren als Mitglied bei. Der Künstler studierte einst an der Kunstakademie in Sankt Petersburg und zeigt in der Schau in der Paulskirche kleinformatige Tuschezeichnungen auf Papier, auf denen er gekonnt figürliche Szenen dargestellt hat. „Das Besondere am BBK ist, dass wir Mitglieder aller Altersgruppen haben – von ganz jung bis ins hohe Alter. Unser ältestes Mitglied ist 103 Jahre alt“, so Naimark. Professionalität stehe für die Mitglieder des BBK an vorderster Stelle ihres künstlerischen Schaffens. Dies gilt auch für Helga Martsch. Im Gegensatz zu Breit und Naimark gehört sie erst seit einem Jahr dem Künstlerverband an, nimmt zum ersten Mal an der Jahresausstellung in der Paulskirche teil. Die Bildhauerin, die aus Neu-Isenburg kommt, verarbeitet nicht nur Materialien wie Holz, sondern lässt ihre gestalteten Figuren und Objekte sogar in Bronze gießen. Diese Plastiken fertigt sie zuvor in Ton an. „Wenn ich das Gefühl habe, dass etwas besonders gut gelungen ist, wird es in Bronze ausgeführt“, erzählt sie. Zentrales Kunstwerk ihrer Präsentation ist eine Plastik mit dem Namen „Glück der Meere“. Das Objekt erinnert in seiner Form an die Schwanzflosse eines Wales. Es sind vor allem Darstellungen von Menschen und Tieren, die sie als Bildhauerin interessieren. Zum ersten Mal werden anlässlich des Künstlerweihnachtsmarktes auch Führungen durch die Ausstellung in der Paulskirche angeboten. Dies übernimmt Barbara Boeker, ebenfalls Künstlerin und Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler. Sie selbst zeigt Malerei und Objektkunst, hat sich zudem mit den Werken der anderen teilnehmenden Künstler auseinandergesetzt und führt während einer Führung in deren Arbeiten ein. Die Ausstellungen in der Paulskirche (Paulsplatz 11) und ab Freitag in den Römerhallen (Am Römerberg 27) können bis zum 22. Dezember besichtigt werden. Bis zum 21. Dezember sind sie täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet, am 22. Dezember wird bereits um 18 Uhr geschlossen. Der Eintritt ist kostenlos. Die Führungen sind ab einer Teilnehmerzahl von zehn Personen pro Gruppe möglich. Pro Person fällt eine Gebühr von 5 Euro an. Anmeldungen per E-Mail unter bboeker@gmx.de. (Artikel vom 02.12.2014, 03:00 Uhr © 2014 Frankfurter Neue Presse)

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